Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Die Leitung der Tagung hatte der Fachwart für Naturschutz vom PWV Hauptverein Herrn Klaus Graber .

Seiner Begrüßung folgten die Grußworte des Verband-Bürgermeister Herrn Manfred Gräf.

Beide Herren die in der Verwaltung für Bobenheim-Roxheim engagiert sind, stellten die Gemeinde und deren Engagement, im Naturschutz, das als vorbildlich anerkannt ist, vor.

Der Wandel von Wiesen zu Ackerland, der Silbersee, Naherholungsgebiet, Naturschutz, Kiesgruben die Altrheinschlinge, die eine große Wasserfläche darstellt, das waren Punkte die angesprochen wurden. Für all die Vorhaben bedarf es Fachleute, Helfer eine harmonische Zusammenarbeit und viel Geduld.

Natur und Umweltschutz, von der EU erarbeitet, geregelt und den Mitgliedsländern zur Auflage gemacht. Das ist Pflichtsache. Für Deutschland gilt das BUNDES-NATURSCHUTZ-GESETZ.

Die Landwirtschaft ist derjenige Wirtschaftszweig der am meisten in der Fläche wirkt und oft an Naturschutzgebiete stößt. Im BND-Gesetz sind Sachbereiche wie, Pflanzenschutz, Düngemittel-Recht, Be und Entwässerung, sowie der Flächennachweis von Naturschutzgebieten geregelt. Eine große Sorge der Naturschützer ist der Verbrauch von Flächen für Straßenbau, Neubaugebieten und Industrieanlagen. Man ist bestrebt Industriebrachen zurück zu führen, zur Natur, oder der Widerverwendung zuführen. In BORO (Bobenheim-Roxheim) wird Ackerland, das brach liegt, zurückgekauft und dem Naturschutzgebiet angegliedert.

Das Haupt-Thema, Ein Beamer-Vortrag von Herrn Walter Gramlich, Birkenheide zur Wiedereinführung der Europäischen Sumpf-Schildkröte in der Vorderpfalz. Die Europäische Sumpfschildkröte, die in der Vorderpfalz beheimatet war, verschwand, weil der Mensch sie gejagt und vertilgt hat. In der Fastenzeit wenn der Fleischverzehr verboten ist, darf man Lebewesen aus dem Wasser verzehren. Das war das Ende dieser Schildkröte bei uns. In Frankreich, im Tal der Loire, in der Brenne, da hat das Tier in einem weiten Sumpfgebiet seinen natürlichen Lebensraum. Von dort kommt die Nachzucht, die nur mit Geduld und Sorgfalt zu realisieren ist. Die Schildkröte braucht trübes Wasser, schlammigen Grund zum Überwintern und Sandstrände in Süd-Richtung zur Eiablage und Ausbrütung durch die Sonne. Sie ist eine Sonnenanbeterin und sonnt sich gerne auf alten im Wasser liegenden Baumstämmen. Die Eiablage erfolgt Mai-Juni mit etwa 15 Eiern, im September schlüpfen die Jungtiere. Ihre Überlebenschance? Bei Gelingen, bleiben von 15 Eiern 2-3 Jungtiere. Abgelegte  Eier (meist 10 cm tief) sowie die Jungtiere haben auch natürliche Feinde. Es wird Jahrzehnte dauern bis die Wiedereinsetzung dieser Schildkröten Erfolg zeigt.

So erfährt man seit geraumer Zeit von Schildkröten-Funden in freier Natur. Diese jedoch sind in den meisten Fällen von „Tierfreunden“ ausgesetzte Tiere, die lästig wurden.
(Anmerkung: weitere Informationen kann man hier http://www.parc-naturel-brenne.fr oder hier http://bad-kreuznach.pollichia.de/berichte/ornex/ziele/brenne/brenne.htm finden)

Es folgte ein Dia-Vortrag, von Herrn Helmut Seib, Münchweiler; Orchideen in der Pfalz.

Eine mit Sorgfalt und Liebe zur Natur erstellte Dokumentation fand großen Beifall.

Beim Gang durch die Flur zum Heimat-Museum tangierten wir eine Gedenktafel die an die Ankunft holländischer Hugenotten im Jahr 1562 erinnert, sie kamen zu Wasser, der Altrhein floss damals in seinem ihm angestammten Bett und berührte Bobenheim.

Das Heimat-Museum zeigt Werkzeuge alter Handwerke, aber auch Tiere, Fische, Knochenfunde aus Kiesgruben. Zeugen aus Jahrtausenden und Jahrmillionen. Es sind freiwillig engagierte die das Museum gestalten.

Eine Wanderung in und um Bobenheim-Roxheim mit ortskundigem Führer ist empfehlenswert.

 

Walter & Karin Gutfrucht

Bericht: Walter & Karin Gutfrucht  Bilder:

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