Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Theo(dor) Feldmann Gedächtniswanderung

Bei gutem Wanderwetter führten uns die Wanderführer Bernd Fanelsa und Karlheinz Schäker auf den Spuren von Theo Feldmann von Bad Dürkheim über den Flaggenturm, die Wachtenburg und den Pechsteinkopf nach Wachenheim.

Nach kurzem Aufstieg zum Flaggenturm eröffnete Karlheinz Schäker die kulturelle Führung der Wanderung. Ein kurzer Lebenslauf über das Wirken von Theo Feldmann im Verein sowie eine Beschreibung über den Flaggenturm wurde mit einem Gedicht von Theo aus dem Jahre 1989 beendet.

Weiter ging es über den Mundhardterhof durch Wachenheim hoch zur Wachtenburg. Hier hatte die Gruppe genügend Zeit für eine Rast, sich zu stärken mit Speis und Trank aus Rucksack und dem Angebot der Gaststätte. Bevor es weiter zum Pechsteinkopf ging wurde ein weiteres Gedicht aus Theos Feder vorgetragen.

Dem Roten Dreieck folgten die Wanderer in Richtung Weingut Odinstal. Josefine (Ehefrau) und Werner (Sohn) stellten am ehemaligen, geliebten Gartengrundstück von Theo nochmals die mühevolle Bearbeitung des Idylls dar.

Hoch gewandert über den Rastplatz Grüner Baum gingen wir unter Führung von Bernd Fanelsa, auf Wunsch von Karlheinz Schäker und vieler Wanderer, die heute nicht dabei waren, zum oberen Krater des Pechsteinkopfs. Karlheinz Schäker erläuterte die Besonderheiten der geologischen Bergformation, wo sich Basaltgestein und weißer Sandstein vermischt. Dies ist besonders am oberen Krater sichtbar. Die Wanderer waren über diese fantastische Landschaft dermaßen begeistert, dass man sich nur schwer zum weiter marschieren entschließen konnte. Auch an dieser Stelle gab es ein weiteres Gedicht aus der Feder von Theo. Nach ca. 300 Metern konnte man durch den Zaun in den großen tiefen älteren Krater (Tagebau/Basalt) sehen.

Der Rest der Wanderung war nur noch Formsache: Durch das Margareten-Tal zum Waldrand, den Weinstraßenwanderweg bis nach Wachenheim, durch den Stadtkern zum Bahnhof, mit dem Zug nach Mußbach und dass wars!

Es war eine Wanderung voller Kultur und Natur im Gedenken an Theo Feldmann. Und wer nicht dabei war, hat etwas versäumt.

Die Wanderführer bedanken sich bei den Teilnehmern sowie bei Josefine und Werner.

Euer
Karlheinz Schäker

 

Erläuterungen:

Der Flaggenturm im Volksmund „Kaffeemühlchen“ genannt, wurde 1854 auf der Kuppe des Fuchsmantels erbaut. Der zweigeschossige polygonale Bau im neugotischen Stil besitzt einen achteckigen Grundriss. Die offene Kuppelhalle im Erdgeschoss hat Sandsteinbänke und vier Spitzbogenfenster, die früher farbig verglast waren und den Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisierten. Über eine schmale Sandsteintreppe gelangt man zur umlaufenden Außenplattform. Sie ist mit Zinnen umgeben. Im abgesetzten schlanken Turmteil führt eine Spindeltreppe zur oberen Plattform mit dem Fahnenmast. Der Turm diente ausschließlich touristischen Zwecken.

Die Wachtenburg besteht aus einer oberen Kernanlage und der jüngeren Unterburg. Die „obere Burg“ wird von einer Ringmauer mit fünf Türmen aus dem 13. Jahrhundert umgeben. Zu ihr führte nur ein Reiterpfad. Der Zugang vom Berg führte über eine Zugbrücke. Der rechteckige Bergfried war Verteidigungs- und Wohnanlage gleichermaßen. Dem fünfgeschossigen Turm, der heute das Wahrzeichen von Wachenheim ist und an den sich zu beiden Seiten die Schildwände anschließen, fehlt seit 1689 die Rückwand. Mit Türmen versehene Mauern ziehen sich den Hang hinunter zur „unteren Burg“, den Haus des Burggrafen, und der Stadt.

Pechsteinkopf
Der Berg hat seinen Namen davon, dass dort Basalt zu Tage getreten ist. Dabei handelt es sich um das einzige Vorkommen eines jüngeren Eruptivgesteins in der Pfalz. Es füllt einen rund 625m langen und 175 m breiten Graben, der von Südwesten nach Nordosten zieht und vom Margarethen Tal zerschnitten wird. Das flüssige Magma, das vor ca. 29 (nach anderen Quellen 35) Millionen Jahren in einem Riss aufstieg, erstarrte bereits in den Spalten und bildete dabei Basaltsäulen. Die mit dem Aufstieg des Magmas verbundenen Gaseruptionen zerbrachen die Säulen zu Basaltbrocken. Diese wurden im Tagebau, bei dem ein Trichter von 100m Tiefe und 200m Durchmesser entstand, bis in die 1980er Jahre abgebaut und mit einer Drahtseilbahn zu Tale geschafft.

zwei Kraterseen des ehemaligen Vulkans
Hier ist besonders gut zu sehen wie sich der eruptive Basalt durch Hochdrücken des Bundsandsteins Platz machte. Genießen Sie hier für ein paar Minuten die Stille und fühlen Sie die Wärme des Wassers im Krater, das von der Sonne erhitzt und vom Basalt gespeichert wird. Zurück auf dem Fuhrweg geht es nun weiter hinab Richtung Wachenheim. Ca. 500m weiter kommen Sie an einer zweiten Grünfläche an, ebenfalls ein Teil des ehemaligen Betriebsplatzes des Tagebaus. Hier befindet sich noch ein zweiter Krater, des ehemaligen Tagebaus. Dieser ist leider aus Sicherheitsgründen nicht zugängig. Jedoch kann man hier über den Zaun schauend die Gewalt des Basalts, wie diese den Bundsandstein hoch drückte und auch die Tiefe des Kraters durch den Abbau des Basaltes sehen.

Der Basalt aus dem Forster Steinbruch wurde als Kopfsteinpflaster im Straßenbau verwendet.


Einen ganz herzlichen Dank für diese Wanderung geht an die Wanderführer Bernd Fanelsa und Karlheinz Schäker

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