Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Bei der Schifffahrt in den Altrheinarm hinein, konnten wir schon die ersten Eindrücke über das Naturschutzgebiet gewinnen.

Nach Ankunft des Schiffes in Erfelden wanderten alle auf einem kleinen Rundwanderweg zum Infostand des Naturschutzgebietes. Nach der Besichtigung des Infostandes trennte sich die Gruppe.

Die Wanderer konnten auf einer etwa 16 km langen Wegstrecke das Naturschutzgebiet mit seinen vielen Beobachtungsständen erkunden. Anschließend wurde im Forsthaus Kühkopf gegessen.

Alternativ hierzu bot sich nach dem Besuch des Infostandes und dem anschließenden Mittagessen im Forsthaus Kühkopf eine Fahrt zum Barockschloss Kranichstein an, wo die Besichtigung des Jagdschlosses und ein Spaziergang durch den Schlosspark und dem angrenzenden Teich auf dem Programm stand. Im Zeughaus klang der Tag bei Kaffee und Kuchen und anderen Erfrischungen aus.

Nach der Aufnahme der Wandergruppe  in Erfelden ging es nach Gimmeldingen zurück.

Erläuterung:
Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue ist mit 2.370 Hektar das größte Naturschutzgebiet Hessens. Es unterteilt sich in die durch den Altrhein geteilten Bereiche Kühkopf und Knoblochsaue. Es wurde von der UNESCO mit dem Prädikat „Europareservat“ ausgezeichnet.

Die Rheininsel Kühkopf entstand 1828/29 durch die Begradigung des Rheins. Große Teile der Flußschleifen wurden dadurch vom Hauptstrom abgeschnitten, verlandeten oder bildeten Einzelgewässer. Von Zeit zu Zeit aber kehrt der Strom zurück und überschwemmt die Insel.

Ursprünglich wurde das Gebiet Kühkopf-Knoblochsaue schon 1952 unter Naturschutz gestellt, damals jedoch mit einer Verordnung, die der Land- und Forstwirtschaft viel mehr Raum ließ. Die Knoblochsaue war damals noch zum Teil militärisches Übungsgebiet. Die ausgedehnten Sumpfgebiete in der Auenlandschaft bieten einen Rast- und Brutplatz für zahlreiche Vogelarten.

Bei der Bezeichnung Kühkopf soll es sich zu karolingischer Herrschaft um den Begriff „Königskopf“ gehandelt haben, der auf die ursprüngliche Form der Rheininsel und die Besitzverhältnisse hinwies. Beeindruckend ist die Landschaft mit den Kopfweiden und den Auenwäldern, die Tierwelt mit mehr als 250 Arten. Unter anderem gibt es Rotwild, Wildschweine und Füchse sowie Erdkröten und Wasserfrösche zu sehen. Häufig kann man Störche und den Schwarzmilan, das Symboltier des Kühkopf beobachten. Ein Brutpaar der Uhus hält sich seit einigen Jahren in einem alten Greifvogelhorst auf einer Eiche im Auenwald am "Aquarium" auf. Im Landgut Guntershausen befindet sich das Informationszentrum für das Naturschutzgebiet in dem man mehr über die Kultur und Geschichte dieser Auenlandschaft erfahren kann.

Besonders im Winter und im Frühjahr sieht man in den Bäumen überall die Mistel.
Im Frühjahr 2003 wurde der Auenlehrpfad eröffnet. Auf 20 Tafeln stehen an charakteristischen Stellen Informationen in Form von Texten, Schaubildern und Fotografien bereit. Typisch für das Landschaftsbild im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue ist die Weichholzaue. Sie schließt sich an die Röhrichtzone im natürlichen Zusammenhang an, ist geprägt von den vorherrschenden Silberweiden mit alten, knorrigen, oft hohlen Stämmen, die Nist- und Zufluchtstätten für viele Vogelarten sind. Die Silberweiden können wie andere Weidenarten bis zu 300 Tage im Jahr im Wasser stehen, ohne Schaden zu nehmen.
  


Ganz besonderen Dank geht an die Wanderführer Fam. Schäker/Gräning/Lorenz für die Durchführung und Leitung der Wanderung.

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