Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Naturschutzwarte-Tagung am 02.11.2013 in Hördt im Wanderheim des PWV
Thema: Schnaken-Stechmücken-Bekämpfung in den Rhein-Auen.
Thema: Streuobstwiesen und deren Nutzung.

Begrüßung durch den PWV-Vorstand, sowie durch einen Vertreter der Ortsverwaltung Hördt, der die Orts-Geschichte erläuterte.

Hördt feierte 1980 seine 1200Jahr-Feier und man weiß, dass es in Hördt ein Kloster gab, das im 30 jährigen Krieg total zerstört wurde und von dem nur noch einige Mauerreste zu sehen sind.


Das Thema Schnaken-Bekämpfung wurde mittels eines Beamer-Vortrages von Herrn Dr. Norbert Becker vorgetragen. Dr. Norbert Becker ist Direktor der KABS e.V. (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.), mit Sitz in Waldsee. Die KABS wurde 1976 gegründet.

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    • Da wir in gewisser Entfernung zu den Rheinauen sind, sind wir weniger von der Schnakenplage betroffen.
    • Friedrich von Schiller berichtete von einer Reise nach Mannheim und der Schnakenplage in den Rheinauen.
    • Johann Wolfgang von Goethe beabsichtigte ein Picknick mit seiner Frederike Brion in den Rheinauen, das Frederike jedoch wegen der Schnaken abbrach.
    • Die Schnakenplage besteht seit es den Rhein gibt.
    • Bekämpfung auf allen Kontinenten.
    • Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an Malaria. Das ist schockierend!
    • Stechmücken gibt es seit ca. 100 Mio. Jahren, was sich in Bernstein- Einschlüssen nachweisen lässt.
    • Es gibt mehr als 3500 Mücken-Arten.
    • 1000 Arten dieser Mücken übertragen Krankheiten.
  • Die Rhein-Auen werden als Überflutungs-Gebiete genutzt. Dadurch kommt es zu stehenden bzw. langsam fließenden Gewässern und sind deshalb ideale Brutplätze für Schnaken.

  • Schnaken kann man nicht mit der „chemischen Keule“ bekämpfen, weil das zu Schädigungen anderer wertvoller Lebewesen führen würde. Es bedarf einer umfangreichen Forschung.

    Wie sich Schnaken vermehren und wie man in den Vermehrungs-Prozess eingreifen kann, galt es heraus zu finden. Schnaken Weibchen brauchen weiße Blutkörperchen um ihre Fortpflanzung zu gewährleisten, diese Blutkörperchen holen sich die Schnakenweibchen durch „Stechen“ bei Mensch und Tier.

  • Mit dem „Bti-Eis-Granulat“, das von Hand, aber auch mit dem Helikopter, in den Feucht-Gebieten ausgebracht wird, ist etwas gelungen wofür lange geforscht worden ist. Bei Zählungen vor und nach der Behandlung (gezählte Schnaken pro Fläche) konnte ein Rückgang des Schnakenbefalls um 95% nachgewiesen werden. Das ist ein Erfolg und macht Hoffnung.

  • Der Erfolg liegt auch darin begründet, dass alle Rhein-Anrainer mitmachen und sich beteiligen. Auch die nicht direkt Betroffenen, können etwas tun!

  • Zierteiche und deren Hygiene, Vogeltränken, offene Regentonnen, Friedhöfe mit modrigem Wasser in den Vasen, all das sind geeignete Brutplätze für Stechmücken.

    Die „Globalisierung“, der Warenaustausch, die Reisewelle ohne Grenzen, tragen ebenfalls zur Ausbreitung von Stechmücken bei. War vor nicht allzu langer Zeit ein „Amselsterben“ bei uns registriert worden, so ist bereits ein „Finkensterben“ im Anmarsch und Fliegen sind mit dabei.

  • Noch ein Hinweis sei angebracht: Vogel-Futter-Häuschen, sowie Nistkästen, bedürfen in gewissen Zeitabständen einer Reinigung.

Teil 2

Ein „Beamer-Vortrag“ von Frau Monika Paulat aus Hatzenbühl zum Thema „Streuobstwiesen“

„Die Landwirte sind die Gärtner Frankreichs“ so habe ich es vernommen bei einer Demonstration

beim Nachbarn. Zweifels ohne lässt sich das auch auf unser Land übertragen. Die Landwirtschaft,

der Weinbau, die Forstwirtschaft und selbst der Kleingärtner, sie alle tragen zur Landschaftspflege bei. Naturliebhaber die sich in die Natur begeben, sehen und genießen die gepflegte Landschaft und handeln, wenn es gilt zu helfen.

Im Wald toben schwere Arbeitsmaschinen, was an Holz nicht benötigt wird bleibt liegen, tote Bäume bleiben stehen bis sie von selbst fallen, was Gefahren für den Wanderer darstellt.

Man nennt das „Renaturallisierung“ schließlich kam es des Öfteren zu schweren Unfällen durch stürzende Bäume, dann wenn der Wind zum Sturm wird.

Es gibt Makel in allen Teilen unserer schönen Landschaft. Vernachlässigte Gärten, verkümmerte Obstbäume, verwucherte Waldränder, Böschungen mit Wildwuchs die zum Dornengestrüpp und zu Müllhalden werden und es gibt Weinberge die nicht bearbeitet werden.

So haben doch schon einige Gartenbauvereine Initiative ergriffen und handeln. Es werden Baum-schneide-Kurse kostenlos angeboten und es werden „Streuobstwiesen“ angelegt. Der Interessierte kann in Hördt einen einzelnen Baum pachten, pflegen und ernten. Eine im Besitz der Gemeinde befindliche Obstwiese, mit verschiedenen Apfel- und Birnbäumen, wird an interessierte Bürger vergeben.

Die Aufgabe ist Landschaftspflege: Pflege der Wiese als naturbelassen, Erhaltung und Förderung der Pflanzenvielfalt, die Pflege der Obstbäume.

Was in Hördt und Umgebung durch einige aktive neue „Obstbauern“ geleistet wird, kann als Ökologische Erfolgsgeschichte bezeichnet werden.

Der Natur belassene Obstbaum liefert bei etwas kundiger Pflege gutes, wenn auch nicht immer schönstes Obst, dafür aber ein unserem Körper wohl bekommendes Obst.

Herr Klaus Graber, der uns beim Gang durch die Flur von seiner „Apfelallergie“ berichtete, nahm einen im Gras gefundenen Apfel um ihn spontan zu verzehren. Der schadet mir nicht und der schmeckt. Der Apfel enthält keine Konservierungsstoffe. Die Interessengruppe, die sich um Frau Paulat gebildet hat, arbeitet in Team. Sie pflegen, ernten, und vermarkten ihr Obst und vertreiben einen feinen Obstsaft.

Bericht: Walter Gutfrucht

 

 

 

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