Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

zu den Bilder 1. Tag Filsen - Kestert

zu den Bilder 2. Tag Kestert - St. Goarshausen

Rheinsteigwanderung von Filsen nach Kestert und von Kestert nach St. Goarshausen

1. Tag

Am frühen Morgen des 27.7.2013 begann für etwas mehr als 20 Wanderinnen und Wanderer unserer befreundeten Ortsgruppe Lambrecht und von unserem Verein eine Wanderreise in das Waltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“. Zwei Wanderungen standen auf dem Programm, nämlich von Filsen nach Kestert und am 2. Tag von Kestert nach St. Goarshausen und zwar auf dem Rheinsteig.

Nach Ankunft in Filsen bei schönstem Wetter aber doch etwas hohen sommerlichen Temperaturen ging es in Filsen los, wobei nach einen kurzen Stück gleich ein erster Anstieg zu bewältigen war. Belohnt wurden wir von einem sagenhaften Ausblick auf das dem Rhein gegenüberliegende Boppard, das uns alle faszinierte. Nach dem etwas felsigen Weg über die Filsener Ley (Ley = Felsen), verbunden mit einer kleinen Kletterei über eine „Doppelholzleiter“, die einen Elektrozaun überquerte,  näherten wir uns den beiden Burgen Sterrenberg und Liebenstein, die auch als „Feindliche Brüder“ genannt werden. Bevor wir aber dort ankamen konnten wir auf diese beiden Burgruinen schon von oben von einem schönen Aussichtspunkt herabblicken.

Bei den beiden Burgen handelt es sich um mittelalterliche Befestigungsanlagen, die, wie alle anderen Burgen am Rhein, dazu dienten, Zölle und Wegegelder von den vorbeifahrenden Handelsschiffe zu kassieren. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel verfielen diese zusehends. Heute werden diese Burgen nur von Gaststätten „bevölkert“. Wesentliches Ereignis dieser Burgruinen stellt die Legende über die verfeindeten Brüder eines Herrschergeschlechtes dar, die der Sage zufolge, ein getrenntes und feindliches Leben führten und am Ende schließlich doch wieder Freundschaft schlossen.

Über Lykershausen und der Hindenburghöhe, die teilweise weitere Aussichten auf den Rhein, vor allem auf Kamp-Bornhofen boten, erreichten wir am Ende des ersten Wandertages Kestert, wo wir abgeholt wurden und in unser wunderschönes Quartier in Kamp-Bornhofen gebracht wurden. Dieser Tag klang mit einem hervorragenden Abendessen aus, sodass wir zu Recht sagen können: Ein wunderschöner Tag ging zu Ende und ließ uns fest in den nächsten Tag schlummern.

2. Tag

Nachdem wir gut gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Kestert, dem Ausgangspunkt des 2. Wandertages. Gleich zu Beginn erwartete uns ein Anstieg, der uns in die kleine Ortschaft Oberkestert brachte, wo wir, falls es erforderlich war, unsere Rucksackbestände „auffüllen“ konnten.  Danach ging es relativ „eben“ durch Wald und Feld (schön abwechselnd) bis zum obereren Einstieg in die Pulsbachklamm. Die Pulsbachklamm selbst haben wir nicht durchwandert (man hätte den gleichen Weg wieder zurückgehen müssen). Aber Blicke in dieses enge, sehr schön begrünte Tal konnten wir jedoch genießen und an einer Stelle war sogar das untere Ende der Klamm in der Nähe des Rheinufers mit dem Rhein zu sehen.

Über einige kleine Felsklippen gingen wir weiter und erreichten die Seitentäler von Ehrental und Wellmich (heute Ortsteile von St. Goarshausen). Diese Seitentäler spielten schon zur Zeit der Römer bis etwa 1960 eine bemerkenswerte Rolle. In diesem Zeitraum (mit Unterbrechungen) wurden in diesem Gebiet Zink, Kupfer und Blei abgebaut. Von diesen Bergbauaktivitäten sind heute nur noch spärliche Reste zu sehen (Pulverturm, in dem der Sprengstoff für das Herauslösen der Erze aufbewahrt wurde, eine Wagenlore, usw.). Auf am Wegesrand aufgestellte Tafeln ist die Arbeit der Bergleute in der damaligen Zeit recht eindrucksvoll beschrieben und stellten klar, wir beschwerlich und unter welchen Strapazen die Erze herausgebrochen wurden. Auch die Flora und Fauna im oberen Mittelrheintal kommt hier nicht zu kurz. Eine Besonderheit stellt die Tatsache dar, dass man die Erze in einem Tunnel unter dem Rhein hindurch auf die andere Seite transportierte, wo diese auf die weitere Verarbeitung warteten. Auf der anderen Rheinseite wurden nämlich die gleichen Erze abgebaut und weiterverarbeitet.

Am Ende dieses „Bergbaulehrpfades“ erreichten wir etwas abseits des Rheinsteigs einen Pavillon, in dem wir eine Rast einlegten. Von hier aus hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Burg Maus und den unten vorbei fließenden Rhein. Nach Ende der Pause gingen wir weiter bis wir das östliche Ende von Wellmich erreichten, wo wieder ein längerer Aufstieg wartete. Auf etwa der halben Höhe kamen wir zur Burg Maus, die ebenfalls eine mittelalterliche Festung darstellte. Auch diese Burg wechselte mehrmals den Besitzer und dient heute besonderen Festlichkeiten (z. B. Hochzeiten). Aus diesem Grunde war ein Betreten dieser Anlage nicht möglich, was aber kein Grund zur Traurigkeit darstellte, denn am oberen Ende des Aufstiegs konnten wir einen hervorragenden Blick auf die Burg Maus und das Rheintal genießen. Auch der Rastpavillon, in dem wir eine Pause einlegten, rückte wieder in den Blickpunkt des Interesses.

Nach einem längeren Stück über die Höhen des Taunus erreichten wir die letzte Rasthütte, die wir selbstverständlich auch nutzten, zumal diese ebenfalls einen schönen Ausblick auf den Rhein und auf unser Ziel, St. Goarshausen bot. Diesen Ort erreichten wir nach der Pause relativ schnell über einen steilen, allerdings etwas schwierigen abwärts gehenden „Trampelpfad“, wo die Fahrzeuge schon auf uns warteten.

Anschließend fuhren wir nach dem Abendessen in einer guten Gaststätte in Braubach frohgelaunt nach Hause.

Den Organisatoren/-innen und den Fahrer/-innen gebührt ein dickes Lob für die Durchführung dieser Reise, die hervorragend geplant und auch durchgeführt wurde. Alle Reiseteilnehmer/-innen möchten sich hiermit recht herzlich bedanken und ein großes Lob aussprechen.

Wanderführer: Willibald Kratz, Gerhard Leidner

Bericht: Gerhard Leidner

weitere Bilder finden Sie hier: [Bilder der Ortsgruppe Lambrecht zur Rheinsteigwanderung]
Einen weiteren Bericht zur Rheinsteigwanderung finden Sie hier: [Bericht von Ewald Metzger, PWV Lambrecht]

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