Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

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Am Sonntag, den 8. Juli 2012 fuhren etwa 25 Geschichtsinteressierte nach Kirchheimbolanden um nähere Einzelheiten aus dem historischen Ereignis des Kampfes der Freischärler zu erfahren.

So traurig wie das Ereignis damals war, so war auch das Wetter an diesem Tag, denn es regnete anfangs doch ziemlich stark. Erst später im Rahmen der Führung klarte es auf und die Sonne ließ sich blicken. So starteten wir unter diesen Bedingungen  zu einer Führung durch den Kirchheimbolander Schlosspark um nähere Einzelheiten zum Kampf der Freischärler zu erfahren.

 

Zum geschichtlichen Hintergrund wäre zu berichten, dass die französische Besatzungszeit (seit 1797) unter Napoleon endete und die Pfalz dem Königreich Bayern als Bayerische Pfalz 1815 als Ergebnis des Wiener Kongresses angegliedert wurde, obwohl geographisch gesehen es keine Verbindung zu Bayern gab. Dieser Angliederung wurde sehr mit Missfallen bedacht, da die Bayern nicht gerade die besten Beamten entsandten um die Verwaltungsangelegenheiten zu regeln. Gegen diese Obrigkeit sowohl über die Bayerische Verwaltung als auch gegen die preußische Herrschaft in anderen Gebieten regte sich immer mehr  Widerstand unter der Bevölkerung, die in mehreren Ereignissen zum Ausdruck kam.

Hierzu wären unter anderem das Hambacher Fest 1832 zu nennen, bei dem in einem Protestzug zum Hambacher Schloss die „Grundregeln“ der Demokratie (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) gefordert wurden. Dieses Gedankengut fand dann schließlich in der Frankfurter Paulskirchenverfassung 1848 ihre nominelle Realisierung. Die Obrigkeit ließ sich aber hiervon nur wenig beeindrucken, sodass der Volkszorn immer größer wurde und es in Deutschland in verschiedenen Städten zu entsprechenden Aufständen mit militärischen Scharmützeln kam. Zu diesen Ereignissen gehörte auch der Kampf der Freischärler in Kirchheimbolanden. Obwohl keine Aussicht gegen die bestens ausgerüsteten Truppen der Preußen bestand, versuchten einige Freischärler sich dieser Obrigkeit entgegen zu stellen. Hierzu ist auch zu erwähnen, dass diese Aufständischen äußerst schlecht ausgebildet waren und oftmals nicht die notwendigen Waffen hatten. Es ist sogar überliefert, dass einige  es sogar mit Dreschflegeln und Mistgabeln versuchten, was natürlich misslang. 17 Freischärler fanden hier im Schlosspark den Tod (andere flüchteten und „retteten“ somit ihre Haut). An dieses Ereignis erinnert heute ein Denkmal am Eingang des nahegelegenen Friedhofes. Auch die Grabstätte dieser Kämpfer im Friedhof wurden besichtigt. Diese Erinnerungsmahnmale wurden abererst 1872 errichtet, was damit erklärt werden kann, dass man dieses Ereignis zunächst „vergessen“ wollte.

Weitere Exponate zu diesem Ereignis konnten in einem Museum besichtigt werden. Vertieft wurden diese Begebenheiten durch zeitgenössische Lieder, die uns vom Stadtführer vorgetragen wurde und allgemeine Begeisterung fanden.

Nach einem Rundgang durch die kleine mittelalterliche Stadt (u. a. Begehung eines kleinen Stückes der Stadtmauer) stärkten wir uns in einem Gasthof, der sich direkt an einem Originalstück der mittelalterlichen Stadtmauer befindet. Danach fuhren wir mit einem erweiterten Geschichtswissen wieder nach Hause, zumal sich das Wetter in der Zwischenzeit sich erheblich besserte.

Bericht: Gerhard Leidner
Wanderführer: Edelgard Schäker

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