Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Eine Gemeinde stellt sich vor

Wäre Burgruine Drachenfels eine Dame, könnte man sie ihrer Taille wegen beneiden. Diese bemerkenswerte Taille beeinträchtigt jedoch die Stabilität der Burg.

 Vor etwa 15 Jahren zeigte sich oben am Burgfels ein Spalt, der sich von Jahr zu Jahr erweiterte. bild kulturwartetagungHätte man dieses Übel nicht erkannt, wäre ein Felssturz mit tausend Tonnen Stein die Folge gewesen. Der Aufsatzfelsen, der obere Teil der Burg, im Volksmund „Backenzahn“ genannt, der schon früh zum Teil zu Wohnzwecken ausgehöhlt wurde, musste mit tiefgreifenden Verankerungen gesichert werden. Auch der Zerfall insgesamt, besonders am Eingang zur Burg macht den Erhalt des Bauwerkes schwierig.

Urkundlich ist die Entstehung der Burg nicht belegbar. Funde bei Grabungen fixieren das 13.Jh. als Zeit der Gründung. Ursprünglicher Besitzer ist das Kloster Klingenmünster, das in der Gegend eine Schutzburg brauchte um seine Besitztümer zu schützen. Dem Kloster sind auch die Entstehung mehrerer Dörfer der Region zu verdanken. Von dem ehemaligen Dorf „Bärennbrun“ das im 30 jährigen Krieg zerstört und entvölkert wurde ist heute nur noch der Bärenbrunnerhof und die dazu gehörige Mühle vorhanden.

Besitzer und Bewohner wechselten, die Burg wurde geteilt mehrmals angegriffen und am 10 Mai 1523 nach kurzer Belagerungszeit, übergeben, geplündert und gebrandschatzt.

Die Namen derer, die die Burg bewohnten und besaßen: Familie von Drachenfels 1219, Burkhard von Drachenfels1221, Walter vom Drachenfels 1245, die Grafen von Zweibrücken-Bietsch, Heinrich Erkebrecht von Dürkheim der auch Burgen im Elsass besaß... Genaueres ist nachlesbar im Pfälzischen Burgenlexikon.

1463 das Jahr der Gründung der „Heilichkeits-Gesellschaft“, die ihre jährlichen Tagungen auf der Drachenfels abhielten und denen sich auch „Franz von Sickingen“ anschloss sowie Kaiser Maximilian; von ihm stammt der Brief zum „Burgfrieden“. Selbst die Kurzfassung zur Geschichte der Burg -umfasst 4 Seiten- liegt vor und kann eingesehen werden.

Im Jahr 1778 das Jahr der Schloss-Gründung und der Kirchenbau im Ort besiegelte das Schicksal der Burg, sie diente als Steinbruch. Mauern wurden abgetragen.

Busenberg, Sieger beim SWR Wettbewerb „Hammerdorf“ hat 28 Ortsvereine und ein gut funktionierendes Miteinander vorzuweisen. Es gibt viele Idealisten, so den Kulturwart des PWV Ortsguppe Busenberg, Herr Gerhard Schwarzmüller, dem „Seine“ Drachenfels sehr am Herzen liegt.

II Thema der Tagung: Jüdisches Leben im Dahner Tal vorgetragen von Herrn Otmar Weber. Die Seminargruppe begab sich zum jüdischen Friedhof außerhalb des Ortes Busenberg. Vorderweidenthal, Busenberg, Erlenbach und Dahn waren Gemeinden, die sehr von jüdischem Leben geprägt waren. In den genannten Orten gab es Synagogen, Schulen und das „Mikwe“ das Badehäuschen. Das letzte noch in seiner Art, befindet sich in Busenberg in der Talstrasse. Jüdisches Leben gab es in Busenberg seit 1800. 1884 zählte die Gemeinde 31 Familien mit 170 Personen, die das jüdische Leben im süddeutschen Raum erforscht hat. Die Jüdische Gemeinde verkleinerte sich durch Aus- und Abwanderungen und wurde in den Jahren von 1933-1945 restlos ausgelöscht. Der jüdische Friedhof, einer der letzten Zeugen jüdischer Kultur in der Region, wird heute in gewisser Regelmäßigkeit geschändet. Auch Feldkreuze werden beschädigt.

Ein beschämendes Phänomen, das ein friedliches Miteinander gewaltig trübt.

 Bericht: Walter Gutfrucht, Kulturwart PWV Gimmeldingen

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