Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Bericht zur Langstrecke (ca. 22km)

Am Sonntag, den 10. April 2011 machten sich 57 vergnügte Wanderfreunde von Neustadt auf nach Bad Kreuznach an der Nahe, um dort  bei strahlend blauem Himmel, den kein Wölkchen trübte, zu wandern.

 Bad Kreuznach ist eine Stadt mit etwa 43.000 Einwohnern

Hier bildeten sich zwei Gruppen, eine Gruppe (24 Teilnehmer), die sich auf eine etwa 20 km lange Wanderung durch die Naturschutzgebiete Gans-Rheingrafenstein und Rotenfels aufmachte, und eine andere (33 Teilnehmer), die eine kürzere Strecke längs der Nahe wählte.
Zunächst ging es durch die alte Bad Kreuznacher Neustadt vorbei am Fausthaus, der Steinernen Brücke mit den Brückenhäusern und der Pauluskirche, deren Chor  bis auf das 14. Jahrhundert zurückreicht, auf die Kauzenburg. 

Bad Kreuznach selbst ist keltischer Ursprungs  (etwa 500 vor Christus, wahrscheinlich nach ihrem Gründer „Crucinia“ genannt). 58 v. Chr. begann die Besiedlung des Naheufers durch die Römer, die den Weinbau einführten, prachtvolle Villen errichteten und schon die Quellen der Stadt zu schätzen wussten. Reste einer etwa 6000 qm großen römischen Villa mit herrlichen Mosaikfußböden sind in der Römerhalle nebst Freifläche  zu sehen. Wahrscheinlich nutzten die Römer auch die warmen salzhaltigen Quellen, die es in dieser Gegend gibt.
Im Dreißigjährigen Krieg, der etwa die Hälfte der Bevölkerung auslöschte, große Zerstörungen durch den Spanier Spinoza 1620.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg, der von 1688 bis 1697 dauerte, gleich zu Beginn Zerstörung großer Teile der Stadt und auch der Kauzenburg durch die Truppen Ludwig des XIV.

Die Kauzenburg war Residenz der vorderen Grafschaft Sponheim. 1206 erfolgte die erstmalige Erwähnung der Burg in einer Urkunde, in der König Philipp den Bau eines Schlosses verbot.
1507, als der berühmte Alchimist und Magier Johann Georg Sabellicus Faust, auch Schwarzkünstler genannt, die durch
Franz von Sickingen vermittelte Stelle des Rektors der Kreuznacher Lateinschule antrat.

Im Jahre 1843 heiratet Karl Marx in der Kreuznacher Pauluskirche Jenny von Westphalen.

Ab 2. Januar 1917 hat die deutsche Heeresleitung Kreuznach zum Sitz des Großen (kaiserlichen) Hauptquartiers gemacht. Im Kurhaus trafen sich am 19. Dezember 1917 General Mustafa Kemal Pascha, besser bekannt als Atatürk („Vater der Türken“) und späterer Präsident einer streng laizistischen Türkei, Kaiser Wilhelm II., Hindenburg und Ludendorff zu Gesprächen. Erst ein extremes winterliches Hochwasser an der Nahe im Januar 1918 führte zur Verlegung der Obersten Heeresleitung in das belgische Spa.

Seit 1924 darf Kreuznach die Bezeichnung „Bad“ führen.

1958 trafen der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer, die  in einer Institutionalisierung der besonderen Beziehungen beider Länder 1963 im Élysée-Vertrag mündete.

Am 1. April 1960 wurde die Stadt Bad Kreuznach zur großen kreisangehörigen Stadt erklärt.

Nach einer kurzen Außenbesichtigung der Kauzenburg, in dem sich heute ein Landhotel befindet, bei dem der Versuch unternommen wurde, alte Burgteile mit neuen Bauteilen zu verbinden, wanderten wir über das Teetempelchen und dem Radonstollen oberhalb der Nahe zum Salinental.

Seit 1911 wird in einem alten Bergwerksstollen auf Anregung des Arztes Dr. Karl Aschoff  die Radon-Therapie durchgeführt. Bad Kreuznach das älteste Radon-Solbad der Welt.

Salinental
Die in ihrer Gesamtheit etwa 1,3 km Salinen im Salinental bilden das  größte Freiluft-Inhalatorium der Welt.
Mittels der Salinen wurde von 1732 bis Ende des zwanzigsten Jahrhunderts Salz produziert.
Seit etwa 1817, aufgrund der Empfehlung von Dr. Johann Erhard Prieger, Nutzung der Sole für Trink- und Badekuren

Leider waren die Gradierwerke  nicht in Betrieb, so dass wir die wohltuende Wirkung der salzhaltigen Salinen nicht  genießen konnten.

Weiter ging es durch den Bad Kreuznacher Stadtwald, in dem es zahlreiche Traubeneichen gibt, hinauf auf die „Gans“.

Die Gans ist ein etwa 300m hoher Porphyrfelsen  im Naturschutzgebiet „Gans und Rheingrafenstein“.

Hier gab es dann auch unsere Frühstücksrast  mit grandiosen Ausblicken auf das gegenüberliegende Rotenfelsmassiv, das Salinental, die Burgruien Rheingrafenstein, die Ebernburg und die Städte Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Nach der kurzen Rast ging es weiter über Schloss Rheingrafenstein zur Burgruine Rheingrafenstein.

Rheingrafenstein thront auf einem136 m hohe Porphyr-Felsen oberhalb der Nahe.  Die Versorgung der ehemaligen Burg mit Wasser erfolgte über eine Zisterne, von der noch heute Reste sichtbar sind.

Die Ursprünge der Burg stammen aus dem 11. Jahrhundert. Sie wurde wie so gut wie alle Burgen im Nahetal 1688 in Pfälzer Erbfolgekrieg  zerstört, dann aufgelassen und  im 18. Jahrhundert für den Salinenbau benutzt

Durch die Vermählung Siegfried I. vom Stein mit Lukardis, der Tochter des Rheingrafen Embrich vom Rheinberg erbte ihr Sohn Wolgfram die rechtsrheinische Rheingrafschaft.  So kam es zum Namen „Rheingrafenstein“. Von der Burg  aus sind die spärlichen Reste der ehemaligen Vorburg Affenstein zu sehen.

Weiter geht es ins Huttental das seinen Namen von der Kupferverhüttung im Mittelalter hat.
Da die einzige handbetriebene Fähre Deutschlands über die Nahe, aufgrund der Beschädigungen durch das diesjährige Winterhochwasser noch außer Betrieb war,  mussten wir bis zur Alsenzbrücke weiterwandern, um nach Bad Münster am Stein (2200 Einwohner) – Ebernburg (1600 Einwohner) zu gelangen. Wir wurden aber mit wunderschönen Ausblicken auf das Alsenz und Nahetal belohnt.

In Bad Münster sind seit 1478 der Badebetrieb und seit 1729 Gradierwerke zur Salzgewinnung belegt. Seit 1905  heißt es „Bad“ Münster.
Durch den Bau der Nahetalbahn 1859 und  1871 der Alsenztalbahn erfolgte ein rascher Aufschwung des Kurbetriebes.
Am 1. November 1969 erfolgte die Umbenennung in „Bad Münster am Stein-Ebernburg“ Die Stadtrechte wurden am 29. April 1978 erteilt. Als Folge des Wiener Kongresses gehörte  Bad Münster am Stein von 1815 bis 1945  zu Preußen, während Ebernburg für diesen Zeitraum zur bayerischen Pfalz  gehörte und  damit  deren nördlichste Gemeinde war.
Ebernburg wird 1206 erwähnt, es erfolgten zahlreiche  Umbauten.  1688 ebenfalls Zerstörung durch die Franzosen. Die Ebernburg war der Geburtsort von Franz von Sickingen
(2.3.1481 - 7.5.1523)

Die Mittagsrast erfolgte im Restaurant Ebernburger Hof, Triftstr. 1, Ebernburg (Tel: 06708-62950).
Nach der Mittagspause ging es weiter vorbei am Ebernburger Steinskulpturenpark, steil hinauf auf den Rotenfels.

Der Ebernburger Steinskulpturenpark, ist das einzige zeitgenössische Steinskulturen-Museum der Welt, das von den Bildhauern Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach initiiert und 2010 eröffnet wurde.

Das Rotenfelsmassiv besteht aus Porphyr, und liegt 202m hoch über der Nahe.  Es ist die  höchste zusammenhängende Felssteilwand nördlich der Alpen und  ein Naturschutzgebiet (NSG)

Nach grandiosen Ausblicken hinunter auf das Nahetal und hinüber zu Gans und Rheingrafenstein ging  es hinab zu dem schon auf uns wartenden Bus, der uns zwar müde, aber durch viele wunderbare Eindrücke bereichert, wieder nach Neustadt – Gimmeldingen brachte.

Wanderführer Langstrecke: Dr. Monika Keuser
Bericht Langstrecke: Dr. Monika Keuser

 

 

Bericht zur Kurzstrecke (ca. 8km)

Wir wanderten von Bad Kreuznach zunächst durch die Stadt ca. 1 km zur Römerhalle, wo wir um 10.00 Uhr in der Römerhalle die dortige Ausstellung besuchten. Es handelt sich dabei um eine sehr große und umfangreiche Ausstellung über Fundstücke aus der Römerzeit, die in Bad Kreuznach gefunden wurden.

Ca. um 11 Uhr liefen wir dann durch den Schlosspark zum Panoramaweg an der Nahe und diesen ca. 3 km entlang.

Nun kamen wir ins Salinental, wo wir zunächst an den Bad Kreuznacher Salinen entlang zur Nahe liefen. An der Nahe ging es nun weiter bis Bad Münster am Stein, wo viele der Wanderer und Wanderinnen durch Reste in den Bäumen noch an die letzte Flutwelle der Lahn erinnert wurden.

Über eine Fußgängerhängebrücke ging es nun über die Nahe nach Bad Münster-Ebernburg, wo wir uns mit der Gruppe der Langwanderer um 13,15 Uhr im Restaurant Ebernburgerhof zum Mittagessen trafen.

Da viele der Wanderer und Wanderinnen durch den langen Marsch sehr müde waren und auch von den Langwanderern durch die schnelle und anstrengende Wanderung nicht mehr weiterlaufen wollten, blieben wir bis 16,00 Uhr, zumal auch das Essen recht lange auf sich warten ließ, obwohl es sehr rechtzeitig telefonisch bestellt worden war.

Mit dem Bus, der uns an dem Restaurant abholte, ging es nun zum Bahnhof Bad Münster am Stein, wo wir die 9 restlichen Wanderer, welche noch mal rund 8 km weitergelaufen waren, erwarteten, um danach die Heimreise anzutreten.

Wanderführer der Kurzstrecke: Willibald Kratz
Bericht Kurzstrecke: Willbald Kratz 


 Unser herzlichster Dank geht an die Wanderführer Dr. Monika Keuser und Willbald Kratz, für die Ausrichtung und Durchführung dieser schönen Wanderung.

 

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