Pfälzerwald-Verein Gimmeldingen e.V.

Fichtelgebirge; 1. Tag; Samstag 3. Juli 2010

-das sagenhafte Ferienland im Norden Bayerns-

Unter diesem Motto stand unsere diesjährige Mehrtagesfahrt ins Fichtelgebirge.

Um 7:30 Uhr am Samstag den 3.Juli starteten wir auf dem Kirchplatz in Gimmeldingen. Wir, die Wanderführer konnten natürlich nicht wissen, dass ausgerechnet die deutsche Fußballnationalmannschaft während der WM an diesem Tag gegen 16.00 Uhr spielen würde. Und so wurden wir schon auf der Hinfahrt während der Frühstückspause genervt: „Sinn mer rechtzeitig zum Spiel im Quartier“?

Aber zuerst war noch eine Besichtigung der Eremitage in Bayreuth und das Mittagessen im dazu gehörigen Biergarten der Schlossgaststätte geplant.

--Bevor wir das Alte Schloss mit seiner kostbaren Raumdekoration und den vielen Kunstschätzen besichtigen durften, konnten wir unter fachkundiger Führung in das 17. Jahrhundert eintauchen. Unserer weiblichen Führung bereitete es sichtlich Spaß uns die Wasserspiele im „Grott- und Brunnenhaus“ und die damaligen Gepflogenheiten einer Sommerfrische des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine und ihren Sommergästen anschaulich und beeindruckend vorzuführen. Dass uns der eine oder andere Wassertropfen dabei traf, nahmen wir hin, war es doch ein heißer Sommertag.--

Wegen der großen Hitze wurde der anschließende Rundgang durch den Park auf ein Minimum beschränkt. Die Spannung stieg: Wollten wir doch zumindest noch die 2. Halbzeit des Fußballspiels verfolgen. Aber, richtige Fußballfans wissen sich zu helfen, und so wurde über Walkman oder Radio der Beginn des Spiels verfolgt. In unserer Unterkunft in Neuhaus a. d. Eger angekommen, -ein Ortsteil von Hohenberg, dem Geburtsort der nordbayerischen Porzellanindustrie (Gründung der ersten nordostbayerischen Porzellanfabrik 1814 durch Carl Magnus Hutschenreuther) -wurden dann auch schnell die Schlüssel verteilt, um das Spiel via Bildschirm anzusehen. Kommentar unserer Fußballbegeisterten: „Des erschte Dor hämmer net g’sehne, awwer 2, 3 un 4!“

 

Fichtelgebirge; 2. Tag; Sonntag 4. Juli 2010

Am Sonntag stand dann schon die erste große Wanderung der Wandergruppe 1 auf dem Programm. Sie führte cirka 25 km von Röslau zum Zwölfgipfelblick und dann über Galgenberg- Marktleuthammer-Kaiserhammer-Schwarzhammer, durch das wildromantische Egertal zum Cafe Egerstau.

Die Wandergruppe 2 fuhr mit der Seilbahn hinauf zum 1024 m hohen Ochsenkopf. Auf dem Weg dorthin durchfuhren wir eine Gegend (Bischofsgrün, Weissenstadt) in der viele Märchen entstanden. Leicht vorstellbar, in dieser wildromantischen Gegend der Phantasie – von Feen und Kobolden- während eines kalten Winterabends freien Lauf zu lassen.

Oben auf dem Ochsenkopf angekommen konnte jeder die Zeit nach Lust und Laune verbringen; den Turm besteigen, zum Abbild des Ochsenkopf gehen oder auch einen Imbiss in der Hütte des Fichtelgebirgsvereins zu sich nehmen. Gegen 13:00 Uhr zog ein Gewitter auf und es hieß: Wenn Sie hinunter wollen, dann jetzt oder in drei Stunden. So machten wir uns auf den Rückweg.

Der Bus brachte uns dann zur Carolinenquelle, einer Mineralquelle schon im 17. Jahrhundert bekannt durch ihre gesundheitsfördernde Wirkung. Von dort wanderten wir an der Eger entlang, vorbei am Confinhaus, einer Quarantäne-Station aus dem Jahre 1680, durch die Felder, entlang der tschechischen Grenze und dann wieder durch den Wald zurück zu unserer Pension und erwarteten die Ankunft der W 1.

 

Fichtelgebirge; 3. Tag; Montag 5. Juli 2010

Den 3. Tag ließen wir etwas ruhiger angehen. Zuerst stand eine Führung in der prachtvollen Basilika von Waldsassen, sowie der beeindruckenden Klosterbibliothek auf dem Programm. Danach ging es weiter zur Kappl einer Dreifaltigkeitskirche, die es in dieser Form in Europa nur dreimal gibt.

Nach dem Mittagessen beim Kapplwirt ging’s weiter zum „Shopping“ beim Werksverkauf von Trigema und ins Factory In in Selb. Einige, meistens die „Herren der Schöpfung“ erholten sich in der Cafeteria.

 

Fichtelgebirge; 4. Tag; Dienstag 6. Juli 2010

Dienstags fuhren wir dann etwas beunruhigt (die Wanderführer) nach Karlsbad in Tschechien, dem berühmtesten und traditionsreichsten Kurort der Welt. Ein Wanderfreund hatte uns am Vorabend gebeichtet, nachdem Stefan unser Busfahrer extra darauf hinwies, dass er keinen Personalausweis dabei hat. Zitat: „Ich hab nie einen dabei, reicht denn kein Führerschein“? Aber es ging alles gut.

In Karlsbad, dem größten der drei Kaiserbäder angekommen, holte uns unsere Stadtführerin am Busparkplatz ab. Mit dem Shuttlebus ging es in die Stadtmitte. Von dort zu Fuß am berühmten Hotel Pupp (hier wurde ein Teil des James Bond Krimis „Casino Royal“ gedreht) vorbei, durch die zum größten Teil schön restaurierte Altstadt mit seinen historischen Gebäuden, entlang dem Flüsschen Eger zum Kurhaus mit seinen heißen Quellen.

Nach der Stadtführung hatte jeder Zeit den Ort auf eigene Faust zu erkunden. Wir ruhten uns erst einmal bei einem kleinen Imbiss aus und fuhren hernach mit der Kabinenbahn zum Diana-Tempel mit seinem Aussichtsturm, von wo aus man eine sehr schöne Aussicht auf die Stadt und die Umgebung hat.

Gegen 16:00Uhr ging es dann wieder zurück ins Quartier, wo uns Familien Seidel und Elbel mit einem Grillbüffet erwartete.

 

Fichtelgebirge; 5. Tag; Mittwoch 7. Juli 2010

Am Mittwoch, den 7.Juli stand unsere zweite große Wanderung an.

Die Wandergruppe 1 wanderte durch das eindrucksvolle Felsenlabyrinth, ein bekanntes Ausflugsziel im Fichtelgebirge an der Luisenburg bei Wunsiedel, - Europas größtem Granitsteinmeer und größtem Felsenlabyrinth -, zum 939 m hohen Kösseine.

Beim Durchwandern zwäntgen sich die Wanderer durch schmale Felsenschluchten und konnten sich in den Bann, der über 300 Millionen Jahre alten Granitsteinformationen ziehen lassen:

Die riesigen Granitblöcke mit Ausmaßen von mehreren Metern sind Teil des Naturschutzgebietes Großes Labyrinth bei Wunsiedel. Entstanden ist das Felsenlabyrinth im Fichtelgebirge durch Millionen Jahre lange Verwitterung und Erosion. Das nach Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz benannte Gesteinsmeer wurde im 18. Jahrhundert nach und nach touristisch erschlossen. Die preußische Königin besuchte im Jahr 1805 mit ihrem Mann Friedrich Wilhelm III. das ursprüngliche Naturwunder. Auch Johann Wolfgang von Goethe war von der bizarren Landschaft fasziniert, so dass er nach seinen Besuchen 1785 und 1820 schrieb: “Die ungeheure Größe der ohne Ordnung, Spur und Richtung übereinandergestürzten Granitmassen gibt einen Anblick, dessengleichen mir auf allen meinen Wegen niemals wieder vorgekommen ist.”

Die Wandergruppe 2 begleitete die Wandergruppe 1 bis zum Ausgang aus dem Felsenlabyrinth und machte sich nach einer kurzen Rast wieder auf den Rückweg zum Bus.

Nach einer kurzen Rundfahrt kehrten wir auf dem Großen Waldstein (877 m) zum Mittagessen ein. Bekannt ist der Große Waldstein vor allem durch seine Felsen in Wollsackverwitterung, seine Schlossruinen (1150) und den einzigen erhaltenen Bärenfang (17./18. Jh.) der Region. Gestärkt ging es dann zum Nageler See. Wir umrundeten den See und kehrten bei einem kleinen Kiosk ein. Dessen Wirtin hatte extra für uns geöffnet. Mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen erwarteten wir die Ankunft der Wandergruppe 1. Da die Wandergruppe 1 eine „etwas ausgiebigere Pause brauchte“ fuhren wir erst gegen Abend wieder nach Egerstau zurück.

 

Fichtelgebirge; 6. Tag; Donnerstag 8. Juli 2010

Der letzte Tag führte uns nach Bamberg. Da wir erst um 13:30 Uhr eine Führung durch den Dom hatten, konnte vorher noch die Stadt erkundet werden und das besondere Flair dieser Kaiser- und Bischofsstadt, dem „deutschen Rom“, genossen werden. Wer wollte konnte Mittagessen. Nach der Dombesichtigung trafen wir uns alle im schönen Rosengarten bei Eis oder Kaffee und Kuchen.

Sh. hierzu auch der Reisebericht über Bamberg von unserem Wanderfreund Walter Gutfrucht.

Gegen 17:00Uhr startete dann unsere endgültige Heimfahrt.

Vieles gäbe es noch zu berichten von dieser Fahrt ins Fichtelgebirge, „einem Ort, wo die Wege zauberhaft sind…“

 

Bericht: Susanna Gräning, Edelgard Schäker


Unser herzlichster Dank geht an die Familien Schäker und Gräning für die Ausrichtung und Durchführung dieser Mehrtagesfahrt. 

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